Proteinfaser reagiert dank ihrer Schuppenstruktur wunderbar auf Alaunbeize und sanfte Auszüge aus Blüten und Schalen. Eine Hirtin in der Nähe von Kranjska Gora erzählte mir, wie sie abends, wenn der Wind über die Weide strich, Stränge im Handtuch ruhen ließ. Am Morgen war das Gelb aus Goldrute wie Sonnenlicht im Garn gefangen. Wichtig sind niedrige Temperaturen, langsames Abkühlen und Geduld, damit die Faser weich bleibt und die Farbe vertrauensvoll einzieht.
Zellulosefasern verlangen gründliches Waschen und oft eine tanninhaltige Vorbehandlung, bevor ein Alaunbad folgt. Sojamilch oder ein milder Tanninansatz kann Haftung verbessern, ohne die Haptik zu verhärten. Die so vorbereiteten Stoffe nehmen Gelb- und Brauntöne ruhiger, aber dauerhaft an, mit einer feinen, matten Eleganz. Geduld beim Trocknen auf der Leine, Schatten statt prallem Licht, und das Auslüften in der Bergbrise bringen eine Ruhe ins Material, die das spätere Tragen besonders angenehm macht.
Gesträngte Garne lassen sich gleichmäßig durchtränken, wenn sie locker abgebunden und regelmäßig bewegt werden. Stoffe benötigen viel Platz, Ruhe und eine weite Färbewanne, damit keine Falten Linien hinterlassen. Wer Muster liebt, arbeitet mit Abbindungen, Falten, Nähten oder Klemmen, um Licht und Schatten in die Fläche zu zeichnen. Dokumentieren Sie Fadendichte, Bindung, Vorwäsche und Applikationen. So entstehen nicht nur Farben, sondern Bildräume, in denen die Wiese mitzieht, statt nur aufzuliegen.
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