Vom Vlies zum Stoff: Ethische Wolle und lebendige Webkunst der Julischen Alpen

Wir nehmen dich mit auf eine Reise vom ersten warmen Vlies bis zum tragbaren Stoff, mit Fokus auf ethische Wolle und traditionelle Weberei in den Julischen Alpen. Du begegnest achtsam gehüteten Herden, kundigen Händen, pflanzengefärbten Farben und Webstühlen, deren Rhythmus Geschichten trägt. Teile Fragen, Erfahrungen und Wünsche, damit wir gemeinsam diesen Weg weiterdenken und verantwortungsvoll gestalten.

Herkunft der Faser: Schafe, Bergwiesen und Verantwortung

Auf sonnenverwöhnten Hängen zwischen Kranjska Gora, Bovec und Tolmin grasen robuste Schafe, geschützt von Hirtenhunden, klaren Wasserstellen und schattigen Lärchen. Verantwortung bedeutet kurze Wege, artgerechte Unterbringung, stressarme Betreuung und faire Arbeit für Menschen. Lokale Rassen mit mittelfeiner, elastischer Faser liefern vielseitige Wolle, deren Geschichte du zurückverfolgen kannst – vom Weideeintrag bis zur fertigen Webware, transparent, respektvoll und nachvollziehbar dokumentiert.

Von der Schur zur Sortierung: Der entscheidende erste Griff

Die erste Berührung nach der Weidezeit prägt den weiteren Weg. Erfahrene Scherer arbeiten ruhig, vermeiden Schnitte, halten den Körperkontakt stabil und scheren das Vlies in einem Stück. Anschließend sortieren geübte Hände nach Sauberkeit, Stapellänge, Feinheit und Kräuselung, damit jede Verwendung zur Faser passt.

Reinigen, Karden, Spinnen: Wenn Flocken Faden werden

Vom ersten Bad bis zum ersten Drall verwandeln sorgfältige Handgriffe lose Flocken in tragfähige Fäden. Sanfte Waschprozesse erhalten die natürliche Elastizität, Kardierung ordnet Fasern, und ausgewählte Spinntechniken erzeugen den gewünschten Griff – von luftigen, voluminösen Garnen bis zu glatten, belastbaren Zwirnen.

Nachhaltiges Waschen und Lanolin

Bergwasser, moderate Temperaturen und biologisch abbaubare Seifen lösen Schmutz, ohne Fasern zu strapazieren. Zurückgewonnenes Lanolin findet als Salbengrundlage neue Verwendung. Filterschichten und wiederverwendete Bäder minimieren Abwasser, sodass Qualität, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit sich sinnvoll ergänzen, statt einander auszuschließen.

Karden und Ausrichten

Handkarden und Trommelkarden öffnen Flocken, entfernen Knötchen und ordnen die Faser. Für wollig-lockere Garne entstehen Rolags, für glatte Garne Bandkarden. Schon hier entscheidet sich, wie Fäden später fallen, wärmen, glänzen und Muster detailliert zeigen können.

Spinntechniken für Zweck und Griff

Ob langer Auszug für flauschige Wärme oder kurzer Auszug für Strapazierfähigkeit: Die Wahl beeinflusst Elastizität, Gleichmäßigkeit und Gewicht. S- und Z-Drall, gezielte Verzwirnung und Ruhezeiten geben Stabilität, bevor die Garne zum Schützen des Webstuhls weiterziehen.

Farben der Berge: Pflanzenfärben ohne Kompromisse

Pflanzen sammeln mit Respekt

Sammeln folgt klaren Regeln: nur kleine Mengen, keine geschützten Flächen, keine Wurzeln, und immer genug stehen lassen, damit Bestände sich erholen. Wetter, Jahreszeit und Standort beeinflussen Farbstoffgehalt – sorgfältige Notizen sichern wiederholbare Ergebnisse und verantwortungsvolle Entscheidungen.

Färbebäder und sichere Beizen

Alaun in maßvoller Dosierung, geteilte Bäder für ähnliche Nuancen und kontrollierte pH-Werte verhindern Überraschungen. Saubere Gefäße, Handschuhe und gute Belüftung schützen Hände und Lunge. Restflüssigkeiten werden gefiltert gesammelt, um Boden, Wasserläufe und Tiere zuverlässig zu schonen.

Naturtöne, die Geschichten tragen

Ein warmes Braun erzählt von getrockneten Schalen, Gelb erinnert an späte Sonne, ein sanftes Blau ruft Ferne herbei. Die Kombination entsteht nicht zufällig, sondern aus Skizzen, Proben, Gesprächen und Erinnerungen an Wege, Düfte, Stimmen und klirrend klare Höhenluft.

Am Webstuhl: Bindungen, Rhythmus und Muster mit Bedeutung

Auf dem Trittwebstuhl verbinden sich Atem, Fußarbeit und Fadenführung zu einem ruhigen Rhythmus. Bindungen wie Leinwand, Köper, Fischgrat oder Rautenköper bestimmen Fall, Robustheit und Bild. Sorgfältige Kanten, gleichmäßige Spannung und bewusste Planung vermeiden Überraschungen und schenken verlässliche, zeitlose Qualität.

Von Dorf zu Welt: Zusammenarbeit, Design und Verantwortung

Von kleinen Werkstätten in Bergdörfern führen die Wege heute bis zu internationalen Märkten – ohne die Herkunft zu verschleiern. Rückverfolgbarkeit, faire Preise und Reparaturkultur schaffen Vertrauen. Mit Workshops, offenen Ateliers und Austauschformaten laden wir dich ein, mitzuwirken, zu lernen und mit Leidenschaft zu tragen.

Transparente Wege bis zur Jacke

Ein QR-Code auf dem Etikett führt zu Hof, Herde, Sortierung, Farbbad und Gewebeplan. Preise werden erklärt, Arbeitsschritte sichtbar gemacht. So verstehst du, was Qualität kostet, und warum bewusster Konsum Schönheit, Landschaftspflege und ländliche Einkommen gleichzeitig stärken kann.

Design, das Landschaft übersetzt

Spitzen, Zacken und Linien erinnern an schneebedeckte Kämme und kühle Bäche. Die Farbskala nimmt Soča-Grün, Felsgrau, Almen-Gelb und Abendrot auf. Funktion folgt Bewegung: ergonomische Schultern, flexible Säume, atmungsaktive Flächen – gemacht für Alltag, Reise, Arbeit und Muße.
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